Unpolitsche Hooligans?



Dieses Video ist eine ironische Antwort auf die hetzerischen Aussagen der Juso rund um den 1. Mai 2012.

Diesen 1. Mai war ein Bullenaufgebot in der Stadt zu bewundern, das nochmals grösser war als jenes von letztem Jahr und die Stadt rund eine Million kosten wird. Der Kreis 4 wurde mit Bullen, Wasserwerfern, Zivis, Filmteams und Helikoptern militärisch abgeriegelt. Bereits am Morgen vor der Demo wurden die ersten Wegweisungen verteilt, um die Leute daran zu hindern, sich im Quartier aufzuhalten. Die Bullen nahmen knapp 60 Personen fest, teilweise mit äusserster Brutalität. Die dabei verwendeten Teleskopschlagstöcke sind in verschiedenen Videos zu sehen. Viele der Verhafteten wurden vor die Wahl gestellt, entweder den Strafbefehl "Landfriedensbruch" zu akzeptieren, oder in U-Haft gesetzt zu werden. Diese Art der Erpressung wurde schon während der Strassenkämpfe am Central vom letzten Sommer haufenweise angewendet.

Diese Repressionsschraube wird in der Stadt Zürich schon seit Jahren von der Rot-Grünen Regierung angezogen. War vorher Esther Maurer von der SP als Bullenchefin berüchtigt, ist es nun Daniel Leupi von den Grünen. Neu oder überraschend ist das also in dem Sinne nicht.

Neu war jedoch, wie klar sich dieses Jahr der politische Nachwuchs der SP auf der anderen Seite der Barrikade positioniert hat. Gegenüber dem Tages-Anzeiger, sprechen der Presseverantwortliche der Juso und eine Parteikollegin den Bullen „ein Lob für die gute Arbeit aus“. Weiter hat der Sprecher der Juso in diesem Interview bei den kämpferischen Kräften auf der Strasse offenbar eine wundersame „Frustration und Stagnation beobachtet. Mit der Einkesselungstaktik der Polizei in den letzten Jahren sei dem Schwarzen Block die Showbühne mit Demo und Krawall weggenommen worden. Das habe sich schon bei den diesjährigen Anti-WEF-Kundgebungen im Januar in Bern und in Davos gezeigt, an denen bedeutend weniger Leute teilgenommen hätten.“ i Toll, da wird sich das WEF aber freuen.

Es ist ein alter und plumper Trick der Herrschenden, den Widerstand in "gute Friedliche" und "böse Militante" zu spalten und so zu schwächen. Genauso wie zu versuchen kämpferische und militante Positionen zu entpolitisieren, wenn sie einem unangenehm werden. Obwohl dieses Konzept bekannt ist, ist es doch immer wieder schade, Menschen die sich selbst als Links bezeichnen, darauf hereinfallen zu sehen. Obwohl uns das bei gewissen Leuten nicht besonders wundert. In einem Interview während der Sendung Schweiz Aktuell betont der Pressesprecher der Juso, dass Aktivitäten am Nachmittag des 1. Mai, die sich nicht auf Bratwurstessen und Biertrinken auf dem Kasernenareal beschränken, bloss aus "frustrierte Gewalt" bestünden. "Das hat weder mit jungen noch mit linken etwas zu tun, das können irgendwelche Leute sein. Das sieht man bei rechten in der Politik, das sieht man auch sonst: Im Sport zum Beispiel."

Tja, wenn die Juso uns und viele andere schon als "unpolitische Hooligans" hinstellt, haben wir beschlossen uns für einmal auch so zu verhalten, wie die Juso sich die "unpolitischen Hooligans" vorstellt. Und da es in diesen Kreisen üblich ist, die Fahnen anderer Gruppen zu stibitzen und zu präsentieren, haben wir dasselbe nun mit den Fahnen der Juso gemacht. Wir hoffen, damit dem Juso-Verständnis in Sachen Fankultur nachzukommen.

Wir sind uns übrigens durchaus bewusst, dass es auch innerhalb der Juso viele gibt, welche diese haarsträubenden Positionen nicht teilen. Nicht wenige unserer Mitglieder waren selber einmal in der Juso eingetragen. Allerdings sollten sich diese Mitglieder fragen, inwiefern sie eine Organisation unterstützen wollen, die sich derart positioniert und deren Mutterpartei in Zürich seit Jahren für Repression und Aufwertung verantwortlich ist.

Wir lassen uns nicht spalten!

Still not lovin Police' – And their friends!

P.S.: An die Ultras dieser Welt: No Offence, wir schätzen und teilen den Kampf gegen den modernen Sport und für eine wilde Fankultur. Nehmts uns nicht übel.