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Mehr als nur gegen Atomkraftwerke
Endlich streiken in Zürich wieder die SchülerInnen! Da nur noch unsere
ältesten Mitglieder beim letzten Schülerstreik 2003* dabei waren, wurde es
auch allerhöchste Zeit. Denn damit zeigen wir einerseits, dass wir auch
anders können, als brav in unseren Klassenzimmern zu hocken und Politik
für uns nicht bloss ein langweiliges Freifach ist. Andererseits setzen wir
damit aber auch einen klaren Standpunkt gegen die Atomindustrie.
Wir sind dabei aber der Meinung, dass es nicht nur um Gegen
Atomkraftwerke gehen sollte. Schliesslich steht die Energiepolitik aller
Staaten nicht einfach im luftleeren Raum. Sie ist vielmehr ein Symbol
dafür, welche Interessen in unserer Gesellschaft wirklich zählen: Nämlich
diejenigen, die über genügend Kapital verfügen. Die Atomenergie ist in
erster Linie ein riesiges Profitgeschäft und genau deshalb wird sie auch
trotz aller Gefahren immer noch betrieben. Die Gesundheit und Sicherheit
der Menschen werden da zweitrangig. Allerdings läuft es nicht bloss in der
Atompolitik so, sondern ganz generell: Der Profit steht vor der Sicherheit
und den Interessen der Menschen. Deshalb finden wir es wichtig, dass wir
nicht nur gegen Atomkraftwerke kämpfen. Wir müssen überall da, wo der
Profit der Wirtschaft vor unsere Bedürfnisse gestellt werden soll, aktiv
werden.
Beispielsweise wehren sich in Zürich VBZ-ArbeiterInnen gegen
Pausenkürzungen, welche unter anderem Übermüdung und damit mehr Gefahr im
Strassenverkehr zur Folge hätten. Auch hier zählt das Interesse der
VBZ-Aktionäre mehr als das der Chauffeure und der Sicherheit der
restlichen Bevölkerung. Deshalb finden wir es wichtig, Kämpfe wie den der
VBZ-ArbeiterInnen zu unterstützen. Genauso müssen aber auch wir als
SchülerInnen dafür kämpfen müssen, dass es bei unserer Bildung nicht bloss
um Profit geht und uns beispielsweise für die Wirtschaft „unwichtige“
Fächer gestrichen werden. Denn die Bildung soll sich in erster Linie nach
unseren Interessen richten und nicht danach, was am meisten Geld
einbringt. Auch um unsere Freizeit und Kultur müssen wir als Jugendliche
kämpfen. Denn mit unseren meist kleinen Budgets können wir uns überteurten
Ausgang auch nicht dauernd leisten und wollen beim Herumhängen am See oder
einer illegalen Party nicht dauernd von den Bullen belästigt werden.
Wir könnten wohl noch unzählige solcher Beispiele aufzählen und auch euch
würde wohl noch einiges in den Sinn kommen, desshalb gilt: Organisieren
wir uns und kämpfen wir zusammen für eine Gesellschaft, in der die
Interessen der Menschen zählen und nicht der Profit!
Wir wünschen euch noch einen schönen, schulfreien Nachmittag – Bis bald
auf der Strasse!
Die SchülerInnen und Lehrlinge der Revolutionären Jugend Zürich
*Der letzte SchülerInnenstreik in Zürich fand 2003 zu Beginn des
Irak-Kriegs statt. Damals beteiligten sich tausende Gymi- und