Globalisierter Kapitalismus - Globalisiertes Bildungssystem

Der globalisierte Kapitalismus hat auch einen Plan für das moderne Bildungssystem. So gibt es immer mehr Bestrebungen zu einer Vereinheitlichung des Bewertungssystems für die Bildung (zum Beispiel Bologna). Dies bringt zwar zugegebenermassen auch Vorteile für die Auszubildenden. Es ist aber vor allem eine Weiterentwicklung des Konkurrenz- Noten- Systems. Der Vorteil liegt jetzt bei den multinationalen Unternehmen mit ihren internationalen Arbeitsmarktvorteilen. Für sie ist es nun viel einfacher die verschiedenen Schulabgänger untereinander zu vergleichen und die "Besten " auszuwählen.

Die Privatisierung des Bildungswesens ist der nächste Schritt der modernen Bildung. Damit verbunden ist zwangsläufig die Tendenz zur Zweiklassenbildung. Denn wer bzw. wessen Eltern es sich leisten können, schicken ihre Sprösslinge auf teure private Schulen, die sich wiederum teure und angesehene Erzieher leisten können. In Zusammenarbeit mit einem global standardisierten Bewertungssystem können diese Schulen ihren Abgänger wiederum eine rosige Zukunft und einen guten Job versprechen, da sie durch die "besten" Lehrer und teuersten Räumlichkeiten die besten Voraussetzungen bieten für einen guten Abgang (der ja nun immer mehr international verglichen werden kann). Die Kapitalistenklasse reproduziert sich also selbst.

Ein weiterer Punkt des modernen Bildungswesens, ist das Sponsoring. So bezahlt zum Beispiel Coca-Cola heute schon Lehrmittel. Das heisst, dass zum Beispiel die Lehrbeispiele im Wirtschaftslehrbuch nun nicht mehr mit fiktiven Firmen etc. gebildet werden sondern mit Coca-Cola. Dazu gibt es immer mehr Bestrebungen zu Sponsoring von Hochschulen. Haben wir also bald im ALDI-Raum anstatt im Vorlesungszimmer 210 Schule?