Zürichs Jugend passt in keinen Kessel!



Diesen 1. Mai haben sich die Bullen in Zürich mal wieder von ihrer besten Seite gezeigt: Zwei Jugendliche wurden am Morgen schon vor Demobeginn verhaftet. Ihr einziges „Vergehen“ war, dass sie Flyer der RJZ verteilten. Obwohl das Werben für politische Zwecke auf öffentlichem Raum, laut städtischer Verordnung, ausdrücklich erlaubt ist, wurden sie einer Leibesvisitation unterzogen und für mehrere Stunden eingesperrt.

Während der offiziellen Demo wurden dann nochmals vier Jugendliche verhaftet, welche an der Demoroute ein Transparent aufhängen wollten. Ebenfalls abgeführt wurden drei unbeteiligte Passanten, die zufällig daneben standen. Das zeigt, dass die Bullen ganz gezielt gegen unsere politischen Inhalte vorgehen – egal auf welche Weise wir sie äussern. Am Nachmittag wurden dann völlig willkürlich über 500 Menschen eingekesselt und verhaftet. Politisch interessierte, Quartierbewohner, Gäste von politischen Veranstaltungen, Kaffeebesucher, Passanten und Bandmitglieder – alle wurden unterschiedslos festgenommen und abtransportiert. Zimperlich waren die Bullen dabei nicht: Zivis verprügelten ihre Beute erst mal bevor sie sie festnahmen, andere Bullen sprühten Pfefferspray in geschlossene Kastenwägen. Wer verhaftet wurde bekam zusätzlich eine Wegweisung aus der Innenstadt, was für Anwohner gewisse Probleme mit sich bringt.

Nachdem die Bullen das Kanzleiareal eingekesselt und besetzt hatten, machten sie sich daran, das politische Material zu zerstören oder zu beschlagnahmen. Stellwände mit Infos und Büchertische wurden abgeräumt oder gleich vor Ort zerstört. Wie später bekannt wurde, vernichteten sie das gesamte politische Material gleich am 2. Mai. Sowohl das Einsammeln wie das Vernichten, geschah auf ausdrücklichen Geheiss der Grünen Polizeiführung.

Wir finden es wichtig, dass dieses Vorgehen öffentlich gemacht wird. Dennoch erwarten wir von den Bullen gar nichts. Wir waren die jahrelange Repression durch die Sozialdemokratische Polizeiführung gewohnt und mit der neuen grünen hat und wird sich daran auch nichts ändern. Wichtig finden wir es aber, dass wir uns von dieser Repression nicht unterkriegen lassen. Trotz all dieser Schikanen wurden den ganzen 1. Mai zahlreiche Aktionen durchgeführt. Trotz Verhaftung konnten an der Demo am Morgen zwei andere Transparente aufgehängt werden. Eines davon am Rathaus. Weiter wurden auf der ganzen Strecke zahlreiche Plakate geklebt. Am Nachmittag wurde der Revolutionäre Treff dann erfolgreich auf den Helvetiaplatz ausgeweitet. Durch ein politisches Theater und verschiedene Spiele wurde Raum eingenommen. Der Zaun um den Revolutionären Treff wurde teilweise abmontiert. Verschiedene Bands spielten im und um den Treff und mehrerer Workshops wurden durchgeführt. Im Kreis 4 wurden an verschiedenen Häusern Transparente aufgehängt um auf Wohnungsnot und Yuppiesierung aufmerksam zu machen. Ausserdem gab es sowohl am Nachmittag wie in der Nacht zahlreiche militante Aktionen in der ganzen Stadt.

Das zeigt, dass trotz aller Repression Widerstand in allen Formen immer möglich ist.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich an der Anti- Rep-Demo am Samstag dem 4.06.2011 in Bern.
Treffpunkt 16:00 Heilig Geist Kirche

Lasst euch nicht einschüchtern!