DIE LAGE IST AUSGEZEICHNET



„Es ist alles sehr schlimm!“ Solche und ähnliche Aussagen hört man momentan von Linken ständig. Alle sprechen über den Rechtsrutsch, reaktionäre Entwicklungen, sich anbahnende Diktaturen und Rechtspopulisten. Und alle denken, wenn wir die Lage nur genügend schwarz malen, dann werden sich die Leute schon dazu verpflichtet fühlen, etwas zu unternehmen. Wir sind aber Revolutionäre. Wir sehen es nicht als unsere Aufgabe rumzujammern und moralische Apelle an die Massen zu richten. Vielmehr müssen wir die aktuelle Situation genau Analysieren. Dabei müssen wir unseren Blick nicht nur darauf richten, was momentan alles „sehr schlimm“ ist, sondern vor allem sehen, welche Möglichkeiten und Chancen die momentane Ausgangslage für eine revolutionäre Politik bereithält. Denn die Situation ist nie einfach schlecht, sondern unterschiedliche Situationen bieten vielmehr unterschiedliche Möglichkeiten zu handeln.

Wieso wird denn die aktuelle Situation überhaupt von vielen als schlecht beurteilt? Grund dafür ist hauptsächlich, dass die Leute in vielen Ländern sogenannt rechtspopulistische Parteien und Politiker wählen aber auch Ereignisse wie der EU-Austritt Grossbritanniens. Was aber ist die Ursache solcher Phänomene? Sind die Leute einfach zu blöd oder alle von Grund auf schlecht? Das wäre tatsächlich keine gute Ausgangslage für Revolutionäre. Wir sehen das anders. Unserer Meinung nach herrscht unter den Leuten eine zunehmende Unsicherheit, da viele merken, dass ihnen das System keine Perspektive mehr bieten kann. Dieses Gefühl von Unsicherheit ist jedoch absolut berechtig, denn der Kapitalismus ist tatsächlich immer weniger dazu in er Lage, den Menschen eine lebenswerte Perspektive zu bieten. Dazu kommt der starke Verlust von Vertrauen in den Staat und die offizielle Politik. Die Leute haben den Glauben darin verloren, dass sie durch das Wählen der üblichen Parteien etwas ändern können. Das schliesst insbesondere auch die sozialdemokratischen Parteien mit ein, deren Politik sich kaum von den rechten Parteien unterscheidet. Die Konsequenz daraus ist auch, dass immer mehr Leute überhaupt nicht mehr wählen. Auch diese Vertrauensverlust in die offizielle Politik halten wir für absolut berechtigt. Wir sind auch der Meinung, dass diese keine Chance auf Veränderung bietet, egal ob wir nun sogenannt linke oder rechte Parteien wählen.

Dass die Leute die Perspektivlosigkeit des Kapitalismus immer deutlicher erkennen und gleichzeitig das Vertrauen in die offizielle Politk verlieren ist also überhaupt nichts Schlechtes. Im Gegenteil! Das sind ausgezeichnete Voraussetzungen um daraus die Alternative einer anderen, einer revolutonären Politik zu entwickeln. Nachdem sich für die offizielle Politik und die ehemals linken Parteien zunehmend niemand mehr interessiert, liegt es an uns, eine wirkliche Alternative zu bieten. Wenn uns das gelingt, wird es auch keinen Grund mehr geben, über die Erfolge sogenannter Rechtspopulisten zu jammern. Denn die beschriebenen Impulse der Massen sind durchaus richtig. Das Problem ist nur, dass sie zurzeit bloss von den Rechten aufgenommen werden und so in die falsche Richtung gelenkt werden. Es ist unsere Aufgabe, das zu ändern und die Möglichkeiten, die uns die aktuelle Situation bietet, zu nutzen. Denn um es mit den Worten eines berühmten Revolutionärs zu sagen: "Es herrscht große Unordnung unter dem Himmel, die Lage ist ausgezeichnet"

Revolutionäre Jugend Zürich – Organisiert kämpfen!